2006-12-27

Wann spricht man von Impotenz?

Medizinisch unterscheidet man vor allem zwei Formen von Impotenz:
impotentia coeundi = Unfähigkeit Geschlechtsverkehr auszuüben.
impotentia generandi =
Zeugungsunfähigkeit, Unfruchtbarkeit
Impotenz hat im Volksmund einen , abschätzenden, negativen Beigeschmack. Deshalb verwendet man den Begriff heute nicht mehr und bevorzugt Erektionsstörung oder Erektile Dysfunktion.

Eine griffige Definition der Erektilen Dysfunktion hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie formuliert. Sie dient meist als Leitlinie für eine Diagnose:

'Die erektile Dysfunktion beschreibt ein chronisches Krankheitsbild von mindestens 6-monatiger Dauer bei dem mindestens 70 Prozent der Versuche, einen Geschlechtsverkehr zu vollziehen, erfolglos sind.'

Wie entsteht eine Erektion?

Bei sexueller Erregung laufen komplexe, sehr sensible Vorgänge im Körper ab, die leicht gestört werden können.
Als erstes werden Sie über die Sinne erregt. Bilder, Gerüche, Geräusche, Berührungen, Ihre Fantasie usw. regen via Nerven bestimmte Areale in Ihrem Gehirn an. Das Gehirn sendet 'Erregungssignale' an den Penis. In den Arterien des Penis wird ein Enzym aktiviert, das im Penis die Muskulatur der Blutgefässe und die glatte Muskulatur der Schwellkörper erschlaffen lässt. Nun strömt Blut in den Penis ein, der Penis schwillt an und wird steif. Die Venen, durch die das Blut normalerweise (in nicht erigiertem Zustand) in den Körper zurückfliesst, werden zusammengedrückt, so dass der Penis steif bleibt.

Wenn Sie von Erektionsstörungen betroffen sind, ist es wichtig zu wissen, dass eine Erektion durch Entspannung im Penis und erhöhte Durchblutung entsteht. Durchblutungsstörungen und Stress können eine Erektion negativ beeinflussen. So helfen diverse Entspannungsformen, Beckenbodentraining und Bewegung auf längere Sicht Ihre Erektion zu stärken.

Konsultieren Sie in jedem Fall einen Arzt, wenn Sie länger als 6 Monate unter Erektionsstörungen leiden, den Erektile Dysfunktion kann auf ernstzunehmende Krankheiten hinweisen.

2006-12-24

Frohe Festtage!

Schöne Weihnachten, besinnliche Stunden und gute Gesundheit

wünscht Ihnen

das Beckenbodenzentrum in Basel

2006-12-20

Welche Ursachen hat Impotenz?

Früher war man überzeugt, das Erektile Dysfunktion (Impotenz) vor allem psychisch bedingt ist. Heute weiss man, dass Erektionsstörungen schwerwiegende (Zivilisations-)Krankheiten anzeigen oder Begleiterscheinung von einigen Medikamenten sein können. Man geht davon aus, dass bei jungen Männern eher psychosomatische Ursachen die Erektile Dysfunktion auslösen, bei älteren Männern eher organische.

Die häufigsten Ursachen für Erektionsstörungen sind:
  • erhöhte Blutfettwerte, erhöhter Cholesterinspiegel
  • Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
  • Herzkreislauf-Erkrankungen (z.B. Angina pectoris, Bluthochdruck)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Neurologische Erkrankungen (z.B. Parkinson, Multiple Slkerose)
  • Operationen im kleinen Becken (z.B. Leistenbruch, Prostataoperationen)
  • Verletzungen an der Wirbelsäule, im kleinen Becken oder des Penis (z.B. Bandscheibenvorfall,
  • Bewegungsmangel
  • Alkoholkonsum
  • Übergewicht (BMI über 25)
  • Nikotin
  • Drogen
An dieser Liste können Sie erkennen, dass Erektionsstörungen teilweise Begleiterscheinung von schweren Erkrankungen sind. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden sprechen und sich gesundheitlich gut durchchecken lassen. Probieren Sie nicht von sich aus irgendwelche Hilfsmittel aus, ohne vorher abzuklären, was hinter Ihren Erektionsstörungen steckt, Sie könnten sonst wertvolle Hinweise für Ihre Gesundheit übersehen.

2006-12-19

Erektionsstörungen warnen vor Herzinfarkt

Dass Erektionsstörungen ihren Ursprung in Herzkreislauf Störungen haben können ist vielen bekannt. Dass Sie vor solchen Störungen auch warnen können, haben erst kürzlich Mailänder Mediziner in einer Studie bestätigt.
Die Mediziner fanden heraus, dass Männer, die einen Herzinfarkt erlitten oft schon Jahre zuvor an Erektionsstörungen litten.
Von 300 Männern, die an Angina pectoris litten, hatten 65% eine Erektile Dysfunktion (Impotenz). Bei 93% der Männer mit Erektiler Dysfunktion und Angina pectoris, bestanden die Erektionsstörungen schon ca 2 Jahre vor der Angina pectoris.

Daher ist es sehr wichtig, wenn Sie an anhaltenden Erektionsstörungen leiden, sich auch Kardiologisch untersuchen zu lassen.

2006-12-16

Wie Beckenbodentraining die Potenz stärkt

Der Beckenboden ist ein Verbund von Muskeln und Bindegwebe im Intimbereich. Die Muskeln sind aufgespannt zwischen Steissbein und Schambein und zwischen den Beiden Sitzknochen. Die Sitzknochen spüren Sie als zwei Knubbel, wenn Sie auf einem Stuhl mit harter Sitzfläche sitzen. Die Beckenbodenmuskeln umschliessen einen Teil des Penis und der Hoden.
Und das beste daran: Sie können Beckenbodenmuskeln genauso gut trainieren wie jeden anderen Muskel!

Ein gezieltes Beckenbodentraining
  • fördert die Durchblutung im Intimbereich. Die Schwellkörper werden besser durchblutet, das Blut fliesst während der Erektion weniger schnell ab, der Penis bleibt beim Sex länger steif.
  • fördert die Wahrnehmung. Sie können den Beckenboden gezielt anspannen und entspannen. So können Sie Ihre Erektion besser kontrollieren.
  • kräftigt die Muskeln, die den Penis umschliessen. Dies stärkt das sexuelle Empfinden und steigert die Lust. Sie können gezielt die Erektion verlängern.
  • Löst Verspannungen im Beckenboden. Ein verspannter Beckenboden behindert die Erektion. Bei sexueller Stimulation erschlaffen die Muskeln der Blutgefässe. So kann das Blut einströmen, der Penis wird steif.

2006-12-15

Yohimbin - ein 'natürliches Viagra'

Yohimbin wird seit alters her in Afrika zur als Potenzmittel eingesetzt. Es stammt aus der Rinde des Baumes Yohimbe gewonnen.
Es soll eine Wirksamkeit von bis zu 60% bei leichten Erektionsstörungen haben.

Wie wirkt Yohimbin?
Yohimbin wirkt sich auf Alpha-Rezeptoren im Gehirn aus, die das Noradrenalin regulieren. Dies fördert die Durchblutung im Intimbereich. Weiter beeinflusst Yohimbin Dopamin und andere Hormone, die die sexuelle Erregung fördern.

Yohimbin hat auch Nebenwirkungen:
Es kann Zittern, Herzjagen, Durchblutungsstörungen, Schwindel und Übelkeit auslösen. Daher ist es ratsam, eine Einnahme mit einem Arzt abzusprechen. Für eine volle Wirksamkeit, sollte Yohimbin mindestens 14 Tage lang eingenommen werden.

Mit Biofeedback die Potenz stärken

Bei Biofeedback werden Elektroden am Beckenboden festgeklebt oder Analsonden in den After eingeführt. Auf einem Bildschirm können Sie sehen, wie Sie die Beckenbodenmuskulatur anspannen und entspannen.
Ziel ist bei Erektionsstörungen, den Beckenboden bewusst zu entspannen, denn meist sind die gesamten Beckenmuskeln verspannt, der Tonus erhöht. Ein Training dieser Muskeln fördert die Durchblutung des Beckenbodens und des Penis, was für eine gute Erektion sehr wichtig ist.
Biofeedback können Sie nach einer Einführung durch eine Fachperson (Arzt, Physiotherapeut, Biofeedback-Therapeut) zu Hause selber durchführen. Es braucht eine tägliche Anwendung von ca. 15 Minuten während 2-6 Monaten. Seriöse Firmen bieten Geräte zur Miete an, Elektroden oder Analsonden müssen Sie dazu kaufen.

2006-12-14

Den Beckenboden entdecken

Setzen Sie sich auf einen Hocker. Rutschen Sie an den Vorderrand des Hockers. Bewegen Sie das Becken etwas vor und zurück, spüren Sie zwei Knubbel, das sind die Sitzknochen.
Schieben Sie nun Ihre Finger unter die Sitzknochen und ziehen Sie die Sitzknochen kräftig zusammen. Sie spüren unter den Fingern, wie sich etwas bewegt? Zwischen den Sitzknochen, am Hodenansatz etwas mehr Spannung? Perfekt, was hier spannt ist Ihr Beckenboden. Lösen Sie die Spannung wieder.
Wiederholen Sie dieses 'Sitzknochen-zum-Damm-zusammenziehen' ein paar Mal. (Sie können natürlich die Hände wieder unter Ihrem Gesäss wegnehmen.) Nun pulsieren Sie mit Ihrem Beckenboden: Sitzknochen zusammenziehen, leicht lösen - nicht ganz loslassen, zusammenziehen, lösen, zusammenziehen, lösen. Lösen Sie die Spannung am Ende immer ganz auf. Wiederholen Sie dieses Pulsieren mehrmals am Tag.

2006-12-13

Tabu: Schmerzen beim Sex. Auch bei Männern?!

Das Stichwort ist Prostatopathie. Ein chronisches Schmerzsyndrom des Beckens. Eine Erkrankung, deren Ursache meist unbekannt ist und vorwiegend junge Männer im Alter von 25-40 Jahren betrifft. Wie bei so vielen tabuisierten Kranheiten grassieren auch hier unterschiedliche Namen und Kategorien. Zur Zeit macht man eins aus zwei. Unter Prostatopathie fasst man zwei chronische Krankheitsbilder zusammen: Die chronische abakterielle Prostatitis und die Prostatadynie (chronisches nichtenzündliches Schmerzsyndrom des Beckens).

Ursachen
Die Ursachen sind unklar und werden in Fachliteratur als psychosomatisch angegeben. Krankheitserreger sind trotz chronischer Prostataentzündung nicht nachweisbar.

Symptome
  • Spannungs-und Druckgefühl hinter dem Schambein
  • Kältegefühl und Brennen hinter dem Schambein
  • Druckgefühl und/oder Schmerzen am Damm bzw. Beckenboden und um den After
  • Ziehen in der Leiste mit Ausstrahlung in die Hoden
  • Spannung und/oder Schmerzen im Kreuzbereich
  • Stuhldrang und Stuhlunregelmässigkeiten
  • vermehrter Harndrang
  • erschwertes Wasserlassen
  • nächtlicher Harndrang
  • Nachträufeln
  • Restharngefühl
  • Brennen am Ende der Harnröhre
  • Erektionsstörungen
  • Schmerzen beim Sex
  • Vorzeitiger Samenerguss
  • fehlende Lustgefühle
Was Sie dagegen tun können
  • ärztlich Untersuchen lassen
  • für Wärme im Beckenbereich sorgen, auch nachts
  • ernähren Sie sich ausgewogen
  • achten Sie auf Ihr Gewicht (BMI unter 25)
  • meiden Sie Alkohol und scharfe Gewürze
  • Im Sommer kalte, nasse Badehosen auswechseln
  • chronischen Husten, Asthma und Heuschnupfen behandeln
  • meiden Sie körperlich schwere Arbeit
  • meiden Sie lange Radfahrten mit unbequemen Velosatteln
  • Lernen Sie Entspannungsübungen z.B. Progressive Relaxation, Autogenes Training
  • Bewegen Sie sich! Ausgezeichnet sind Yoga, Pilates, Nordic Walking, Schwimmen, Tanzen
  • machen Sie gezieltes Beckenbodentraining unter fachlicher Anleitung
  • meiden Sie Stress
  • achten Sie auf eine gute Work-Life-Balance
  • Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin/mit Ihrem Partner über Ihre Leiden
  • seien Sie sorgsam zu Ihrer Psyche, machen Sie evtl. eine Psychotherapie

Trauma Impotenz

'Impotenz beschreibt ein chronisches Krankheitsbild, bei dem während der Dauer von 6 Monaten mindestens 70% der Versuche, Geschlechtsverkehr zu vollziehen fehl schlagen.' (Definition der Deutschen Gesellschaft für Urologie).

Wie weit Erektile Dysfunktion (Impotenz) verbreitet ist, ist umstritten. Untersuchungen zufolge leidet jeder 5. Mann ab 30 Jahren zeitweise unter Impotenz. Geht es um Impotenz, sind die Männer immer noch sprachlos. Es herrscht heute noch das gleiche Tabu, wie vor 40 Jahren.

Leiden Männer unter Impotenz, ziehen die Probleme meist weite Kreise: Selbstbewusstsein, Partnerschaft, Persönlichkeit und Lebensqualität der Männer sind oft massiv aus dem Gleichgewicht.
Meist dauert es viel zu lange, bis ein Mann einen Facharzt aufsucht. Dabei wäre genau dies wichtig: Impotenz kann ernstzunehmende Krankheiten beispielsweise wie Diabetes oder Herz-Kreislauf Erkrankungen sein.

2006-12-11

Ist Beckenbodentraining auch etwas für Männer?

Man hört es immer wieder: Beckenbodentraining soll sich neuerdings auch für den Mann perfekt eignen, gewisse Beschwerden zu beheben. Dies ist tatsächlich auch so. Nicht nur neuerdings.

Vor ein paar Jahren untersuchte der Kölner Urologe Dr. Frank Sommer(er heisst tatsächlich Dr. Sommer!) mehrere Männer mit Erektiler Dysfunktion (Erektionsstörungen). Er teilte sie in zwei Gruppen. Eine Gruppe erhielt Viagra, die andere Gruppe absolvierte ein Beckenbodentraining. Man lese und staune: die Gruppe mit dem Beckenbodentraining war erfolgreicher im Bewältigen der Erektilen Dysfunktion.

Dieser kurze Bericht deutet es an: der Beckenboden muss auch beim Mann etwas mit Erregung, Sexualität, mit sexuellem Standvermögen, gar mit Orgasmus zu tun haben.

Beckenbodentraining eignet sich bei Männern besonders bei:
  • Erektiler Dysfunktion (früher abwertend Impotenz genannt)
  • Vorzeitigem Samenerguss
  • Prostatitis
  • Dyspareunie (Schmerzen beim Sex)
  • Beckenschmerzen, Kreuzschmerzen
  • Dammschmerzen
  • Hämorrhoiden
  • Leistenbruch
  • Inkontinenz nach Prostata Operation
  • Stuhlinkontinenz
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